Recruiting-Recht 2026: AGG, Probezeit, DSGVO, Abwerbung
Was darf ich im Bewerbungsprozess fragen? Wie absage ich rechtssicher? Was passiert in der Probezeit? Recruitingrechtliche Antworten ohne Juristen-Sprech.
← Zurück zum MagazinWas du in dieser Kategorie findest
Recruiting ist 2026 stark regulatorisch eingerahmt. AGG, DSGVO, BetrVG, Entgelttransparenzrichtlinie. Wer hier Fehler macht, riskiert Bussgelder (DSGVO bis 20 Mio. Euro), Schadensersatz (AGG bis drei Monatsgehaelter pro Verstoss) oder verlorene Kandidaten.
Wir schreiben hier ueber die rechtlichen Themen, die im Recruiting-Alltag wirklich vorkommen: AGG-konforme Stellenanzeigen und Interviews, rechtssichere Absagen, Probezeit-Pflichten, Datenschutz bei Bewerberdaten, Abwerbungsrecht.
Hier schreiben Tino Werner und Maja Catrin Schulze. Wichtig: dies ersetzt keine Rechtsberatung. Bei konkreten Faellen empfehlen wir Fachanwalt fuer Arbeitsrecht. 30 Minuten Erstgespraech klaeren oft, ob ein Thema rechtlich kritisch ist oder nicht.
Drei Rechtsthemen, die wir 2026 am haeufigsten besprechen
AGG und Absagen, Probezeit, DSGVO und Abwerbung. Jeder Cluster mit Praxisartikeln.
AGG und rechtssichere Absagen
Was darf in der Stellenanzeige stehen, was im Interview gefragt werden, wie formuliert man eine Absage rechtssicher?
Probezeit und Kuendigung
Was darf in der Probezeit, was nicht? Wie nutzt man sie als Arbeitgeber bewusst?
DSGVO und Abwerbung
Was ist beim Umgang mit Bewerberdaten Pflicht? Was ist beim Abwerben rechtlich erlaubt?
Probezeit aus Arbeitgebersicht: Mehr als abwarten
Die Probezeit ist keine Wartezeit. Rechtliche Grundlagen, strukturierte Check-ins und ein klares Entscheidungsrahmen für den Fall, dass es nicht passt.
Artikel lesen →Artikel in Recht
Sortiert nach Aktualität, neueste zuerst. 1 Beiträge insgesamt.
Was uns Mandanten zu Recht fragen
Die Antworten, die wir im Erstgespräch am häufigsten geben.
Was darf ich in einem Bewerbungsgespraech nicht fragen?
Kurz: Verbotene Fragen nach AGG: Alter, Religion/Weltanschauung, sexuelle Orientierung, Schwangerschaft, Familienplanung, Schwerbehinderung (ausser jobrelevant), politische Einstellung, Mitgliedschaft in Gewerkschaft/Partei, ethnische Herkunft. Erlaubt: alle jobrelevanten Fragen zu Qualifikation, Erfahrung, Verfuegbarkeit.
Wie formuliere ich eine rechtssichere Absage?
Kurz: Keine Begruendung mit Schutzmerkmalen (Alter, Geschlecht, Herkunft, Religion, Behinderung, sexuelle Identitaet, Weltanschauung). Sicher: "Wir haben uns fuer einen anderen Kandidaten entschieden, dessen Profil noch besser passt." Keine inhaltliche Bewertung des Bewerbers. Bewerbungsunterlagen 6 Monate aufbewahren wegen §15 AGG Klagefrist.
Wie lange darf die Probezeit dauern?
Kurz: Maximal 6 Monate nach §622 BGB. Bei Berufsausbildung max. 4 Monate. In der Probezeit gilt 2-Wochen-Kuendigungsfrist (kein Kuendigungsschutzgesetz). Nach 6 Monaten greift KSchG bei Firmen ab 10 MA, Kuendigung braucht dann sozialen Grund.
Wie lange muss ich Bewerbungsunterlagen aufbewahren?
Kurz: 6 Monate nach Absage. Grund: §15 AGG gibt abgewiesenen Bewerbern 2 Monate Zeit fuer Klage, plus Sicherheitspuffer. Danach loeschen (Art. 17 DSGVO). Bei einem Talent-Pool: ausdrueckliche Einwilligung mit Loeschmoeglichkeit einholen, max. 24 Monate aufbewahren.
Ist Active Sourcing auf LinkedIn DSGVO-konform?
Kurz: Die direkte Erstansprache auf LinkedIn oder XING ist nach Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO als berechtigtes Interesse einzuordnen, weil die Plattformen explizit fuer berufliche Vernetzung gedacht sind. Problematisch wird es bei Speicherung von Profildaten in eigenen Datenbanken ohne Einwilligung.
Darf ich Mitarbeitende von Wettbewerbern abwerben?
Kurz: Grundsaetzlich ja, Abwerben ist nach BGH-Rechtsprechung erlaubt. Wettbewerbswidrig wird es nur bei unlauteren Methoden: Verheimlichung des eigenen Namens, Vertragsbruch des Mitarbeiters provozieren, oder massenhafte Ansprache mit Schaedigungsabsicht. Sicherer: bei Schluesselpersonen vorher klaeren oder Anwalt fragen.
Unsicher, ob deine Stellenanzeige oder dein Interview-Prozess rechtssicher ist?
Dann sprich kurz mit uns. 30 Minuten reichen, um die typischen rechtlichen Stolperfallen im Recruiting durchzugehen. Keine Rechtsberatung, aber praktische Einschaetzung.
30-min-Gespräch buchen